Produktprüfung mit Motten

Für die biologische Wirksamkeitsprüfung mit Motten (Kleidermotten, Lebensmittelmotten) wurden von uns Testsysteme entwickelt, mit denen besonders die Wirkung von Insektiziden und Repellentien schnell und zuverlässig überprüft werden kann.

Für die Kleidermotte (Tineola bisselliella) und Lebensmittelmotten (z. B. Plodia interpunctella) stehen folgende Testsysteme zur Verfügung:

  • Prüfung von insektizidhaltigen Mottenmitteln
  • Prüfung von Lockstoffen
  • Prüfung von Repellents

Insektizide Wirkung (Anti-Motten Papiere, Dispenser oder Säckchen)
Ein speziell entwickelter Biotest erlaubt die Prüfung der insektiziden Wirkung verschiedener Antimotten-Produkte. Die Versuche werden in PP-Boxen mit definierten Volumen und einem wiederverschließbaren, durchsichtigen Deckel mit adulten Motten durchgeführt. Um natürliche Bedingungen widerzuspiegeln wird den Motten in jeder Box ein Stück Merinowolle bestimmter Größe angeboten. Während der Versuchsdauer von 72 Stunden finden regelmäßige Sichtkontrollen statt, bei denen das Verhalten der Motten notiert wird. Am Ende des Versuchs wird die Anzahl der lebenden, moribunden und toten Individuen im Vergleich zu den Kontrollen festgehalten und das Geschlechterverhältnis der Motten ermittelt.

Effekt eines Anti-Mottenmittels
Abb. 1: Effekt eines Anti-Mottenmittels (Insektizid) im Vergleich zur Kontrolle auf adulte Kleidermotten.

Wirksamkeitstests mit einem Anti-Mottenmittel
Abb. 2: Anzahl der lebenden, moribunden und toten Individuen in Prozent in den Kontroll- und Testreihen der Wirksamkeitstests mit einem Anti-Mottenmittel.


Lockstoffe
Die anlockende Wirkung von Pheromonen, Lockstoffen, oder mit diesen Substanzen bestückten Fallen wird in einem Gazekäfig innerhalb eines komplett abgedunkelten Raumes untersucht. Nach dem Aufstellen der Fallen (je eine Test- und Kontrollfalle) werden die Kleidermotten in der Mitte der Versuchsarena freigelassen. Nach 24 Stunden werden die noch innerhalb des Gazekäfigs frei umherlaufenden oder fliegenden Motten eingefangen und ihr Geschlecht bestimmt. Die auf den Fallen klebenden Motten werden gezählt, auch bei diesen Individuen erfolgt eine Bestimmung des Geschlechts.

Pheromon-Klebfalle mit Kleidermotten
Abb. 3: Pheromon-Klebfalle mit Kleidermotten
(Tineola bisselliella).


Abb. 4: Adulte Kleidermotte (T. bisselliella).


Repellents
Zur Überprüfung der repellenten Wirkung von Antimottenprodukten wurde von uns ein neues Testsystem entwickelt, das auf dem bewährten Grundprinzip eines vielgenutzten Laborassays (Y-Olfaktometer) beruht. Dieses System besteht aus drei über Rohre miteinander verbundenen, runden Containern, deren Oberseite mit einem durchsichtigen Deckel verschlossen wird. Es wird ein konstanter Luftstrom erzeugt, der aus den beiden äußeren Containern in die mittlere Box fließt, aus der die Luft dann abgesaugt wird. Für den Test werden die adulten Motten in den mittleren Container gesetzt, in den beiden äußeren Boxen wird Stoff als Bruthabitat angeboten. Das Testmaterial wird in einem der äußeren Container ausgebracht und es wird untersucht, ob das Prüfmaterial die Motten davon abhält, diesen Container zu betreten. In definierten Zeitintervallen und am Ende des Versuchs wird festgehalten wie viele Motten sich in den drei Containern befinden, zusätzlich wird das Geschlechterverhältnis ermittelt.